Ratgeber: Das richtige Smartphone
16.09.08 -Telefonieren, Verwalten, Navigieren: Smartphones können mittlerweile fast alles. Wenn Sie mit dem Smartphone hauptsächlich unterwegs im Internet surfen möchten, gibt es beim Kauf einiges zu beachten.
Ob Musik hören, Fotografieren, Spielen, Videos anschauen oder Navigieren – Smartphones können weitaus mehr als nur Telefonieren und Termine verwalten.
Dank UMTS – dem Mobilfunkstandard der dritten Generation - können Sie mit Ihrem Smartphone aber auch gut unterwegs mit Breitbandgeschwindigkeit ins Internet gehen. Mit UMTS surfen Sie bis zu dreimal schneller, als Sie es von Ihrer ISDN-Leitung her kennen. Mit dem Datenbeschleuniger HSDPA werden Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit je Sekunde heruntergeladen - das entspricht der Schnelligkeit eines DSL 6000-Anschluss. Damit können Sie sich sogar Musik oder Videos auf Ihr Handy laden. Die Netzbetreiber arbeiten zudem daran, den Upload von Daten zu verbessern, damit Sie zum Beispiel auch unterwegs Ihre Fotos auf Flickr hochladen können, um Sie jederzeit Ihren Freunden zu zeigen. Bei entsprechender Netzabdeckung sind Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 1,45 Mbit je Sekunde möglich.
Wenn Sie Ihr Smartphone hauptsächlich zum mobilen Surfen im Internet verwenden, gibt es beim Kauf noch einige andere Dinge zu beachten.
Zunächst sollten Sie sich darüber klarmachen: Zu welchem Zweck setzen Ihr Smartphone unterwegs hauptschlich ein? Wollen Sie nur E-Mails abrufen oder auch Dateien herunterladen, um Videos, Fotos oder Musik auf Ihrem Handheld zu speichern? Wenn Sie hauptsächlich mailen wollen, reicht auch eine GPRS- oder EGDE-Verbindung. Zum Download größerer Dateien oder längerem Abrufen ganzer Internetseiten, benötigen Sie aber auf jeden Fall ein Smartphone, das UMTS beziehungsweise HSDPA unterstützt. Auch im Hinblick der Ausstattung gibt es je nach Bedarf einiges zu beachten:
Display und Bedienung
Ob Mailen oder Surfen: Ein großes Display ist bei einem Smartphone in jedem Fall wichtig. Die meisten Displays haben heute einen Durchmesser von 6,5 Zentimetern. Achten Sie darauf, wieviele Farben das Display darstellen kann – je mehr Farben es sind, desto besser ist in der Regel die Bildqualität und umso besser können Sie die einzelnen Ausschnitte auf den websites erkennen. Das Sony-Ericsson X1, das im Oktober in die Läden kommen wird, stellt zum Beispiel Bilder in einer Auflösung von 480x800 Pixeln dar.
Testen Sie auch vorher, ob das Display spiegelt. Manche Menschen stört es, aber das Spiegeln kann auch von Vorteil sein, wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Sitznachbar in der Bahn Ihre E-Mails mitliest. Ein hoher Kontrast und eine gute Leuchtstärke des Displays sind entscheidend, um die Bilder auf dem Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung erkennen zu können.
Ein Highlight: Das Display des Apple iPhone, Samsung i900 Omnia und Nokia E90 Communicator stellt Bilder auch im Querformat dar.
Bedient werden Smartphones entweder über ein Touchscreen oder die Tastatur. Manche Geräte haben auch beides, wie das Samsung F700 Qbowl oder das Motorola Q9.
Tastatur: Wenn Sie Ihr Smartphone hauptsächlich zum E-Mail-Schreiben verwenden, ist eine Tastatur von Vorteil. Handelt es sich dabei um eine QWERTZ-Tastatur, liegen die Tasten in der gleichen Reihenfolge wie bei Ihrem PC. Beim Sony Ericsson X1 lässt sie sich seitlich aufschieben, ebenso wie beim Samsung F700 Qbowl. Den Nokia E90 Communicator kann man aufklappen und im Inneren des Gehäuses erscheint die Tastatur nebst zusätzlichem Bildschirm. Das Nokia N95 8 GB lässt sich wie ein Sliderhandy aufschrieben, so dass die Tastatur sichtbar wird.
Egal ob Slider oder Klapp-Smartphone: Machen Sie vor dem Kauf aber auf jeden Fall ein paar Probe-Eingaben. Nicht jede Tastatur ist für jede Fingergröße geeignet. Der Blackberry Pearl zum Beispiel hat sehr keine Tasten, die oft auch eine Zweit- oder Drittbelegung haben. Da erfordert das Schreiben schon etwas Übung.
Wie Blackberry-Blogs jedoch vermelden, wird RIM wohl bald einen Blackberry mit Touchscreen herausbringen. Der Blackberry Thunder 9500 soll ähnlich wie das iPhone keine Tastatur haben.
Touchscreen: Einfacher ist für Manche daher die Bedienung über das Touchscreen. Das iPhone von Apple hat es vorgemacht: Kaum ein Smartphone ist einfacher zu berdienen. Durch Ziehen, Drehen oder Wischen zweier Finger über das Display, können Sie ganz intuitiv durch das Menü navigieren oder Webseiten heranzoomen.
Samsung hat sich mit seinem SGH F490 äußerlich stark am iPhone orientiert.
Ähnlich wie beim Apple iPhone haben viele Smartphones ein Touchscreen. Die Eingabe erfolgt entweder mit dem Finger oder einem kleinen Stift, dem Stylus, der sich fast unsichtbar an der Seite des Handhelds anbringen lässt.
Internet und Multimedia
Je nach Netzabdeckung erreichen Sie mit Ihrem UMTS/HSDPA-Handy Geschwindigkeiten zwischen 384Kbit/s bis 7,2 Mbit/s.
Manche Smartphones wie beispielsweise der Palm Treo Pro oder das Samsung i900 OMNIA unterstützen auch WLAN, so dass Sie sich über entsprechende HotSpots einloggen können.
Wenn Sie unterwegs hauptsächlich mailen wollen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Smartphone einen E-Mail-Push-Dienst unterstützt. So werden beim Blackberry beispielsweise E-Mails direkt auf das Handy geschickt. Ansonsten müssen Sie einen MailClient installieren, der die Mails vom POP3-Account abfragt.
Je nach Betriebssystem dienen entweder der Internet Explorer Mobile, Firefox Mobile oder Opera Mini als mobile Browser zum Aufrufen der Internetseiten. Mit Spannung erwartet wird Android, ein von Google produzierter Browser.
Jeder Browser hat bestimmte Spezifikationen. Der Safari von Apple ermöglicht es zum Beispiel, einzelne Anschnitte aus websiten heranzuzoomen.
Akku: Damit Sie möglichst lange surfen können, sollte der Akku sehr leistungsfähig sein und nicht schon nach zwei Stunden schlapp machen. Vielleicht schaffen Sie sich auch einen Zweit-Akku an, den Sie immer in der Tasche haben, falls Ihnen unterwegs der Saft ausgeht.
Prozessor: Wichtig ist auch ein leistungsfähiger Prozessor. Die beste Netzabdeckung wird Ihnen nichts nützen, wenn das Smartphone die Daten nicht schnell genug verarbeiten kann. Seine Leistungsfähigkeit wird in MHz angegeben.
Betriebssystem: Als Betriebssystem kommen je nach Hersteller verschiedene Modelle zum Einsatz. Viele Smartphones sind mit Windows Mobile 6.1 ausgestattet. Die Bedienoberfläche von Windows kennen viele schon von ihrem PC. Nokia installiert auf den Smartphones Symbian OS. Das iPhone ist mit Mac OSX ausgestattet. Welches Betriebssystem Sie verwenden, ist Ihre Entscheidung.
Software: Wenn Sie Windows Mobile verwenden, müssen Sie sich vorher die Software „ActiveSync“ auf Ihren Rechner installieren. Damit können Sie die Datenauf dem PC mit Ihrem mobilen Outlook beziehungsweise Kalender synchronisieren. Sofern nicht auf dem Handheld vorinstalliert, können Sie sich bei Adobe auch spezielle PDF-Viewer herunterladen, so dass Sie keine Probleme beim Öffnen von PDFs, beispielsweise in E-Mail-Anhängen, haben.
Multimedia: Die meisten Smartphones haben einen integrierten MP3-Player. Auch können Sie sich mit den Geräten Videos anschauen beziehungsweise selber filmen oder mit der integrierten Kamera Fotos aufnehmen. Bedenken Sie, dass solche Extras zu Lasten des Akkus gehen.
Die Digicam knippst zwar an den neusten Geräten schon mit bis zu 3 Megapixeln, doch meist fehlt der optische Zoom. Der Blitz hat oft nur eine Reichweite von weniger als einem Meter. Für Schnappschüsse oder zum Fotografieren von Visitenkarten reicht die integrierte Kamera allemal, ansonsten sollte man auf eine hochwertige Digitalkamera zurückgreifen.
Konnektivität: Wenn Sie Ihr Smartphone auch für multimediale Anwendungen nutzen wollen, achten Sie darauf, dass ein Kartenslot für Speicherkarten vorhanden ist, damit Sie den internen Speicher gegebenenfalls aufrüsten können. Über Bluetooth können Sie Ihr Smartphone kabellos mit dem Rechner oder Drucker verbinden. Eine schnelle Datenübertragung erreichen Sie jedoch über ein mini-USB-Kabel.
Navi: Viele Smartphones können dank integriertem GSP-Empfänger auch als Navigationssystem eingesetzt werden. Einen GPS-Empfänger haben zum Beispiel das Xda diamond von O2, das Samsung i900 Omnia und das Nokia N95 8GB beziehungsweise Nokia E90 Communicator.
Auch die Netzbetreiber bieten auf Ihren Online-Portalen Stadtpläne zum Runterladen an.
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